Tag 1 (Montag) - Meditation

Dass genau heute Tag 1 meines kleinen Experimentes ist, scheint ziemlich passend, da ich heute morgen auch den 1. Tag meiner Periode hatte, was, wie viele wissen, nicht gerade der einfachste Teil des Monats für eine Frau ist.

Für mich bedeutet dies: Mehr Schmerzen, mehr Chaos, mehr Angst.

Ich bin heute morgen aufgewacht, in der Hoffnung, nicht ganz so derealisiert zu sein wie die letzten Tage, aber leider stellte sich relativ schnell heraus, dass dem nicht so ist. Aber heute ist nunmal Tag 1 und wir fangen an, egal in welchem Zustand.

Das bisherige Programm sieht folgendes vor:

- Nach dem Aufstehen 10 Minuten Meditation

- mind. 2 Liter Flüssigkeit trinken

- im Laufe des Tages 20 Minuten Meditation

- Dienstags: Yoga

- pro Tag mind. eine weitere Entspannungsübung (progr. Muskelrelaxation, autogenes Training, etc.)

- 2 x min. 30 Min. Ausdauersport in der Woche

- kein unnötiges rumgammeln. Wenn entspannen, dann gezielt.

- kein TV, wenn derealisiert!

Momentan lese ich ein Buch, welches mir die genauere Praxis der Meditation näher bringen soll. Passend zum heutigen Tag Nr. 1 habe ich gestern Abend Teil 1 des Buches "Die Basis" beendet und komme damit heute zu Teil 2 "Die Praxis".

Zunächst kommt die Frage auf: Wie sitze ich am Besten?

Wenn man verkrampft ist oder Schmerzen hat, kann man sich nicht auf die Meditation konzentrieren. Im Buch steht der Lotussitz beschrieben, allerdings bekomme ich noch nicht einmal einen normalen Schneidersitz hin, ohne dass mir nach 3 Minuten die Beine weh tun. Da im Liegen die Gefahr besteht einzuschlafen, entscheide ich mich zunächst für eine aufrechte Sitzhaltung auf der Couch mit von mir gestreckten Beinen.

Was mache ich nur mit meinen Händen?

Empfohlen wird, die Hände unterhalb des Nabels übereinander zu legen, oder sie mit den Handflächen nach unten auf den Oberschenkeln abzulegen. Da ich mich bei der 1. Variante ständig darauf konzentrieren würde, dass meine Hände nicht in meinen Schoß fallen, entscheide ich mich zunächst für die 2. Variante.

Da man mit geradem Rücken sitzen soll, lehne ich mich (so steil es eben geht) an die Rückseite der Couch. Ich könnte auch frei sitzen, aber dann fällt mir das Atmen komischerweise immer schwer.

Das Kinn ist ganz leicht nach unten geneigt, so dass der Kopf ruhig auf dem Hals ruht und der Nacken mit dem Hinterkopf fast schon eine Gerade bildet.

Der Mund ist entspannt, vielleicht sogar leicht geöffnet, zwischen den oberen und unteren Zähnen bleibt ein schmaler Spalt. Die Zunge ruht entspannt im Mund.

Der letzte Punkt überraschte mich ein wenig, denn es wurde empfohlen, die Augen - zumindest nach ein paar Tagen der Eingewöhnung- während der Meditation offen zu halten, da es ansonsten zu einem künstlichen Gefühl von Ruhe und Gelassenheit verführen könnte. Da heute Tag 1 ist, werde ich die Augen - noch - geschlossen halten.

Also versuche ich aller Dinge, welche meinen Geist durchziehen, Gewahr zu sein. Ich fokussiere mich nicht auf sie, versuche aber auch nicht, sie zu unterdrücken. Ich beobachte lediglich, wie sie kommen und gehen, wie sie entstehen und sich wieder verflüchtigen. Ich bin einfach da, im Hier und Jetzt.

Und es funktioniert... Für den Rest des Tages schraubt sich die Derealisierung zurück und kommt nur stellenweise kurz hoch. Gegen Abend kriege ich wieder Unterleibsschmerzen, die Tablette hilft viel zu spät und so liege ich abends wimmernd und halb weggetreten im Bett und schlafe irgendwann erschöpft ein.

14.7.15 20:11

Letzte Einträge: Tag 21 (Sonntag) - ein neuer Abschnitt

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen