Tag 21 (Sonntag) - ein neuer Abschnitt

Seit der Ernährungsumstellung geht es mir sehr viel besser. An 2 Tagen hatte ich mich nicht daran gehalten und hatte direkt Magen-Darmprobleme und auch meine Laune war entsprechend schlechter. Allerdings glaube ich nicht, dass es ganz so einfach ist. Es ist wohl nicht damit getan, meine Ernährung umzustellen und schon geht meine Angst weg. Aber es wird auf jeden Fall ein wenig besser. Dies hängt wohl auch mit dem Zusammenspiel zwischen Darm und Gehirn zusammen. In manchen Situationen, in den ich Angst habe, bekomme ich z.B. Durchfall. Momentan ist dies jedoch eher selten der Fall.

Morgen beginnt für mich ein neues berufliches Kapitel. Ich fange nach 5 Monaten wieder an zu arbeiten, in einer neuen Firma. Seit 2 Tagen bin ich ein wenig nervös bis ängstlich, ab und an auch ein wenig derealisiert. Die Vorstellung, dass ich 9 Stunden dort bleiben MUSS und nicht einfach sagen kann, dass ich mal eben nach Hause gehe, ängstigt mich ein wenig. Es sind alles neue Leute, eine neue Umgebung, neue Aufgaben und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mehr als einmal rot anlaufen werde.

Aber was soll schon passieren? Im schlimmsten Falle wird mir schwindelig, oder ich bin derealisiert, bekomme evtl. Durchfall oder Panik. Aber nichts davon wird mich umbringen, mich krank machen oder mir in sonst einer Weise schaden. Ich werde morgen Abend nach Hause kommen, froh, den Tag überstanden zu haben und am Dienstag gehe ich auf die Arbeit und alles wird ein wenig gewohnter sein. Mittwoch und Donnerstag werde ich schon sehr viel mehr wissen, die Leute ein wenig besser kennen und Freitag fahre ich nach der Arbeit nach Holland zum surfen

Vielleicht ist es genau diese Art von Stabilität, die ich momentan brauche. Jeden Tag in das kleine Hamsterrad zu gehen und einfach einen ganz normalen Tagesablauf zu haben. Die letzten 5 Monate waren zwar auch schön, aber zu viel Freizeit lässt einen auch lethargisch werden. Und die Monate davor bei meiner alten Arbeitsstelle... das ist jetzt vorbei. Vorbei ist die Tyrannei meiner Vorgesetzten, das ständige Rumgemotze, die Unterdrückung und die ständige Angst, etwas falsch zu machen. Die Art und Weise, wie wir in dieser Firma behandelt wurden war menschenverachtend. Wir waren als Mitarbeiter lediglich Nummerm die zu funktionieren hatten. Wie Hühner in einer Legebatterie. Wer funktioniert hat, wurde nicht beachtet, aber wer mal aus der Reihe getanzt ist, der wurde fertig gemacht um auch ja zu zeigen, wer am längeren Hebel sitzt.

Natürlich ist die Angst, dass es in der neuen Firma auch so ist irgendwie vorhanden. Aber relativ unwahrscheinlich. Ich kenne meinen Chef und auch ein paar der Kollegen, einen sogar privat. Ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht, dass es sowas wie meinen vorherigen Arbeitgeber irgendwo noch ein 2. Mal gibt...

Also, nur Mut! Morgen fängt ein neuer, toller Abschnitt an und ich blicke voller Vorfreude (und mit ein bisschen Angst, die ich mir nicht anmerken lasse) in die Zukunft!

2.8.15 13:18

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